哥达 (Gotha)

弗里登斯坦王宫 99867 哥达
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Forschungsbibliothek Gotha, Büchergang

哥达研究图书馆的走廊

 

 

曾经的首都哥达拥有悠久的教育、出版以及戏剧历史。许多人曾对这里产生影响,如改革家弗里德里克·麦克尼乌斯(Friedrich Myconius)、教育家安德烈·亚斯雷耶尔(Andreas Reyher)、出版商贾斯特斯·佩尔特斯(Justus Perthes)和约瑟夫·迈尔(Joseph Meyer)以及演员康拉德·埃克霍夫(Conrad Ekhof),他们通过各自的事业以各种方式促进德语。弗里登斯坦王宫的图书馆和博物馆让这一传统变得生机勃勃。

1640年,随着恩斯廷系诸邦国的分裂,哥达成为新开创的萨克森——哥达公国的首府。“虔诚的”恩斯特一世(1601—1675)重建了这座被三十年战火摧毁,又于1645年被一场城市大火再一次摧毁的公国。从1642年到1654年,他在格里门斯坦城堡的废墟上,建成了这座德国最大的早期巴洛克建筑群——弗里登斯坦王宫。公爵图书馆,也就是后来在埃尔福特大学(FB哥达)的研究图书馆于1647年在这里“落户”。她是全德国最具影响力的历史图书馆之一,并且凭借馆内收藏罕见的重要宗教改革家们的手稿、印刷物、书信、日记等遗物使其为人们研究16至18世纪德国中部新教的历史提供重要帮助。FB哥达收藏的关于德语历史、文学和剧院历史的以及教育历史方面的无论手写还是印刷的原始资料,把德语发展史大致分为三个阶段:

 

语言和宗教(新教):16世纪

 

大约1100封由马丁路德所写的书信构成FB哥达在宗教改革史的藏品的核心,这些书信以原件或者同时期副本的形式流传下来,路德所写的信约占所有流传下来信件的四分之一。同样流传下来的还有路德的手稿,他们大多是用德语写的,他们清楚展现出这位宗教改革家巨大的影响力。大家通过这份来自1530年前后“先知耶利米”这一段的翻译手稿打印件可以看出,路德带来的不仅仅是单纯的翻译效率,也通过在独特表达、诗歌中的比喻以及双关语方面为德语语言的充实做出贡献。我们感激地称他为“fewreffer”和“lestermaul”或把他比作“扔在猪面前的珍珠”或者“七印”。

此外,FB哥达也保管着路德的拥护者——乔治·施巴拉汀的部分遗产以及路德的朋友弗里德里西(1490—1546)的原始书信和同时期的副本。乔治·施巴拉汀自1510年起受萨克森王储弗里德里希三世(1463–1525)的委托,用德语写出萨克森编年史及早期图灵根的编年史。弗里德里西用德语写的《宗教改革史》为新教的文化传承做出了突出的贡献。

 

Martin Luther. Druckmanuskript zur Übersetzung des Propheten Jeremia

马丁路德手稿

 


语言和教育:17世纪

除了保存着早期哥达的文理中学“Gymnasium Illstre”(现在叫“Gymnasium Ernestium”,图灵根最古老的文理中学之一)的德语教科书和学校图书馆,研究图书馆还保存着两位德国非常重要的教育理论家和实践家们的遗产:教育家沃尔夫冈·哈特克(1571—1635)和安德烈亚斯·黑海尔(1607—1673)的著作。哈特克曾全力投入到德育教育中并且发展了一种全新的教学方法。黑海尔曾于1641年担任哥达文理学校的校长,他曾经担任过“虔诚的”恩斯特公爵的顾问,并被委任改革萨克森——哥达的教育事业。为此,公国投入极大努力致力于为适龄儿童普及义务教育,这一从16世纪开始反复被强调的理念得到了实施。黑海尔曾制定教学计划,为算数、自然科学、音乐以及德语等课程编纂教科书和手册。他不同版本的“教学方法”被作为地方文献最重要的一部分,在全国范围内具有广泛影响力,而且只收藏于哥达研究图书馆。

 

Andreas Reyher. Schulmethodus, 1642. FBG, Gym. 9, Bl. 407r.

安德烈亚斯·黑海尔的全新教学法

 

 

语言和艺术(18世纪)

在弗里登斯坦城堡内部人们可以看到一个巴洛克式建筑的剧院,里面有历史悠久的源自1681年原汁原味的舞台设备:以“德国表演艺术之父”康拉德·埃克霍夫(1720–1778)命名的埃克霍夫大剧院,埃克霍夫曾于1774年率领塞勒演出团来到哥达王宫。由于剧团的创始人阿贝·塞勒再次离开哥达,恩斯特侯爵二世与埃克霍夫一起举办了第一场用德语演出的宫廷戏剧,所有演员都是原剧团的班底。到三年后他辞世之前,埃克霍夫都在哥达担任戏剧导演,致力于德语戏剧,并使这座首府城市成为德国的戏剧之都。即使在今天,保存完好的埃克霍夫大剧院的舞台设计依然有着重要地位,并为大家展示了埃克霍夫和他的团队是如何将语言带入到生活当中。在FB哥达里人们还可以看到一些关于德国戏剧文学的收藏品,那些同时也是康拉德·埃克霍夫的私人收藏,比如他译成德语的喜剧《Le Philosophe Marié Ou Le Mari Honteux De L'Être》。更多关于埃克霍夫大剧院的信息,请点击:http://www.stiftungfriedenstein.de/ekhof-theater

 

Conrad Ekhof. Taegliches Verzeichniß der Schauspiele, welche auf dem Weimarischen und Gothaischen Hof-Theatern aufgefuehret worden, 1778. Chart-A-01287_Titelblatt

康拉德·埃克霍夫的剧本

 

 


营业时间:

哥达研究图书馆:

周一至周五: 9:00——20:00

周六: 9:00——13:00

 

流通台和特殊阅读室的服务时间:

周一至周五: 9:00——18:00

游览哥达研究图书馆展厅的免费向导从四月到九月,每周三下午三点开始,会面地点在流通台。

 

弗里登斯坦王宫内博物馆:

(王宫博物馆、历史博物馆、自然博物馆、埃克霍夫大剧院)

周二至周四:

(周一休馆,节假日开放)

10:00——17:00

(十一月至三月:10:00——16:00)

 

侯爵博物馆:

周一至周日:10:00——17:00

(十一月至三月:10:00——16:00)

Schloss Friedenstein und die Forschungsbibliothek Gotha

Mit der 1640 erfolgten ernestinischen Landesteilung wurde Gotha zur Residenzstadt des neu entstandenen Herzogtums Sachsen-Gotha. Herzog Ernst I. (1601–1675), genannt der Fromme, baute das durch den Dreißigjährigen Krieg verwüstete Land und seine 1646 durch einen erneuten Stadtbrand verwüstete Residenzstadt wieder auf. Von 1643 bis 1654 ließ er auf den Ruinen der Burg Grimmenstein das Schloss Friedenstein, die größte frühbarocke Schlossanlage Deutschlands, erbauen. Seit 1647 beherbergt es die Herzogliche Bibliothek, die heutige Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt (FB Gotha). Diese ist eine der bedeutendsten historischen Bibliotheken Deutschlands und nimmt aufgrund ihres einmaligen Bestandes an Handschriften, Alten Drucken, Korrespondenzen, Tagebüchern und Nachlässen bedeutender Reformatoren den Rang einer Referenzsammlung für die Geschichte des mitteldeutschen Protestantismus vom 16. bis 18. Jahrhundert ein. Mit seinen herausragenden handschriftlichen und gedruckten Quellen zur Geschichte der deutschen Sprache, zur Literatur- und Theatergeschichte und zur Bildungsgeschichte des 16. bis 18. Jahrhunderts begegnen sich im Bestand der FB Gotha drei wesentliche Aspekte der deutschen Sprachgeschichte:

Sprache und Religion (Protestantismus): 16. Jahrhundert

Den Kern der reformationsgeschichtlichen Sammlung der FB Gotha bilden die etwa 1.100 Briefe Martin Luthers, die im Original oder in zeitgenössischen Abschriften überliefert sind und etwa ein Viertel aller überlieferten Briefe Luthers ausmachen. Hinzu kommen weitere Schriften sowie Manuskripte Luthers, davon viele in deutscher Sprache, die deutlich machen, wie sehr der Reformator diese prägte. Das Druckmanuskript zur Übersetzung des Propheten Jeremia von 1530 beispielsweise zeigt, dass Luther häufig nicht nur eine reine Übersetzungsleistung erbrachte, sondern durch das Schaffen eigenwilliger Ausdrücke, poetischer Bilder und neuer Wortspiele auch zur sprachlichen Bereicherung beitrug. Ihm verdanken wir Worte wie „fewreyffer“ (Feuereifer) und „lestermaul“ sowie Metaphern wie „Perlen vor die Säue werfen“ und „ein Buch mit sieben Siegeln“.

Die FB Gotha verwahrt darüber hinaus auch den Teilnachlass des Luther-Unterstützers Georg Spalatin, der ab 1510 im Auftrag des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen (1463–1525) eine sächsische Chronik in deutscher Sprache verfasste und damit auch zu einem frühen Chronisten Thüringens wurde, sowie Originalbriefe und deren zeitgenössische Abschriften von Friedrich Myconius (1490–1546), der mit seiner in Deutsch verfassten „Geschichte der Reformation“ wesentlich zur Protestantischen Erinnerungskultur beigetragen hat.

Sprache und Bildung: 17. Jahrhundert

Neben zahlreichen deutschsprachigen Schulbüchern und der Schulbibliothek des ehemaligen Gymnasium Illustre in Gotha, des heutigen Gymnasium Ernestinum, – eines der ältesten Gymnasien Thüringens – bewahrt die Forschungsbibliothek auch die Nachlässe von Bildungstheoretikern und -praktikern: Mit den Schriften der Pädagogen Wolfgang Ratke (1571–1635) und Andreas Reyher (1601–1673) verfügt die Forschungsbibliothek dabei über den Nachlass zweier sehr bedeutender Schulreformer Deutschlands. Ratke setzte sich vehement für einen Unterricht in deutscher Sprache ein und entwickelte eine vollkommen neue Lehrart. Reyher wurde 1641 Rektor des Gothaer Gymnasiums. Er war Berater Herzog Ernst des Frommen und erhielt den Auftrag, das Schulwesen im Herzogtum Sachsen-Gotha zu reformieren. Dabei unternahm dieses Herzogtum große Anstrengungen, die allgemeine Schulpflicht für Jungen und Mädchen, wie sie seit dem frühen 16. Jahrhundert immer wieder gefordert wurde, auch tatsächlich in die Praxis umzusetzen. Reyher verfasste Lehrpläne, Lehrbücher und Anleitungen für den Unterricht in Rechnen, Realien, Musik und natürlich der deutschen Sprache. Die verschiedenen Fassungen seines „Schulmethodus“ sind als bedeutende Stücke lokalen Schrifttums mit überregionaler Wirkung einmalig und nur in der Forschungsbibliothek Gotha vorhanden.

 Sprache und Kunst: 18. Jahrhundert

Im Schloss Friedenstein befindet sich ein Barock-Theater mit der ältesten, noch im Original erhaltenen Bühnentechnik aus dem Jahr 1681: Das Ekhof-Theater ist nach dem „Vater der deutschen Schauspielkunst“, Conrad Ekhof (1720–1778), benannt, der 1774 mit der Seylerschen Schauspiel-Gesellschaft an den Gothaer Hof kam. Als ihr Gründer Abel Seyler Gotha wieder verließ, gründete Herzog Ernst II. zusammen mit Ekhof das erste deutsche Hoftheater mit fest angestellten Schauspielern. Bis zu seinem Tod, drei Jahre später, machte sich Ekhof von Gotha aus als Schauspieldirektor um das deutsche Theater verdient und die Residenzstadt zum Zentrum des deutschen Theaters. Noch heute wird zu ausgewählten Anlässen die erhaltene Bühnenkonstruktion des Ekhof-Theaters in Bewegung gesetzt und gezeigt, wie Ekhof und seine Truppe auf diesen Brettern einst Sprache zum Leben erweckten. In der FB Gotha befindet sich zudem ein bedeutender Bestand an deutscher Theaterliteratur, darunter auch ein Teil der persönlichen Sammlungen Conrad Ekhofs, wie zum Beispiel seine Übersetzung des Lustspiels „Le Philosophe Marié Ou Le Mari Honteux De L'Être“ (Der verehelichte Philosoph, oder der Ehemann, der sich schämte, einer zu sein) von Néricault Destouches in die deutsche Sprache.

Öffnungszeiten

Forschungsbibliothek Gotha
Montag bis Freitag 9–20 Uhr
Sonnabend 9–13 Uhr

 Servicezeiten der Ausleihtheke und des Sonderlesesaals:
Montag bis Freitag 9–18 Uhr

Öffentliche Führungen durch die historischen Schauräume der Forschungsbibliothek Gotha sind nach Voranmeldung unter veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de möglich.

 Museen im Schloss Friedenstein
(Schlossmuseum, Historisches Museum, Museum der Natur, Ekhof-Theater)
Dienstag bis Sonntag 10–17 Uhr
(montags geschlossen, jedoch an Feiertagen geöffnet)
(November bis März: 10–16 Uhr)

 Herzogliches Museum
Montag bis Sonntag 10–17 Uhr
(November bis März: 10–16 Uhr)

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